Torgelow News
Eine Reise zu Schiller und Goethe
Literaturreise nach Weimar: Der Deutsch-LK K1 besuchte die Stadt von Goethe und Schiller und entdeckte dabei nicht nur berühmte Orte der deutschen Literaturgeschichte, sondern auch, wie lebendig gemeinsame Erinnerungen entstehen können. Ein Reisebericht über Kultur, Gespräche, Theater und eine Fahrt, die verbindet.
Aufbruch nach Weimar
Am 8. Mai 2026 war es so weit: Die langersehnte und akribisch geplante LK-Fahrt nach Weimar sollte endlich beginnen.
Mit dem Minibus zum Bahnhof und Sonnenschein auf der Nasenspitze verlief der Start in den Tag bereits prächtig. Keine Wolke schien den strahlend blauen Himmel zu verdunkeln. Die Vorfreude wuchs. Eifrige Gespräche überbrückten die Wartezeit am Gleis, bis auch schon unser Zug einfuhr. Wir hatten Glück: Alle fanden einen Sitzplatz und konnten nun gemeinsam die nächsten Stunden miteinander verbringen.
Entweder produktiv beim Lösen von kniffligen Matheaufgaben, in tiefgründigen Gesprächen über aktuelle Probleme oder beim Witzeln über lustige Anekdoten und die bevorstehenden schönen Stunden. Das Übel der verlängerten Wartezeit wurde durch den Matcha Latte vom Haferkater gekonnt ausgeglichen. Nach einer entspannten Fahrt mit unseren beiden Anschlusszügen kamen wir endlich in der Stadt von Schiller und Goethe an: Weimar!
Nur einen Katzensprung vom Bahnhof entfernt stiegen wir in den nächsten Bus, der uns direkt in die architektonisch vielfältige und sehr fußläufige Innenstadt brachte. Von dort aus erreichten wir innerhalb weniger Minuten das gebuchte Hotel. Die liebevoll eingerichteten und geräumigen Zimmer erfüllten alle mit einem Gefühl von Wohlsein.
Zu Besuch im Schillerhaus
Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt und uns häuslich eingerichtet hatten, ging es auch schon zum ersten Ziel: dem Schillerhaus. Nur fünf Minuten von unserem Hotel entfernt, waren wir voller Tatendrang und Euphorie angesichts der neuen Erkenntnisse und wundervollen Eindrücke, die wir gewinnen sollten.
Per Audioguide oder mithilfe der Weimar+ App konnte man sich durch die einzelnen Räume des alten Herrenhauses führen lassen und in die faszinierende Lebensgeschichte des großen Dichters und Denkers eintauchen. Dabei staunten wir nicht schlecht über die unterschiedlichen Größen der Räume und die Stattlichkeit des ehemaligen Heims.
Von positiven und einprägsamen Eindrücken überwältigt, verließen wir die Welt Schillers und genossen die letzten Stunden des Nachmittags mit etwas Freizeit. Ein gemeinsames Abendessen in einem Sushi-Restaurant rundete den Abend perfekt ab und ebnete den Weg zu einem ersehnten, langen Schlaf.
Sprachlos in der Anna-Amalia-Bibliothek
Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Gestärkt durch die üppigen Portionen wollten wir keine Zeit verlieren: Die Anna-Amalia-Bibliothek erwartete uns bereits.
Eine schöne, unverhoffte Überraschung waren die detaillierten Verzierungen, die besonderen Deckenmalereien und die etlichen alten Bücher, die hier in meterhohen Regalen den Raum mit einer Prise Feinsinn und Intelligenz erfüllten. Sprachlos wanderten wir durch den edlen Rokoko-Saal, ohne Worte für die unaussprechliche Schönheit des Sichtbaren zu finden. Ein paar Fotos konnten diese jedoch zumindest annähernd einfangen 😉
Nachdem der alte Teil der Anna-Amalia-Bibliothek uns den Atem verschlagen hatte, waren wir voller Optimismus im Hinblick auf den modernen Teil. Dekorativ und architektonisch ließen sich kaum Gemeinsamkeiten finden, doch auch hier beeindruckten meterhohe Regale, gefüllt mit Büchern aller Art.
Goethe im Gartenhaus und am Frauenplan
Die Literatur, die uns umgab, inspirierte zu einem Besuch des Gartenhauses von Goethe. Klein und zierlich lag es inmitten eines großen Parks und war von einem artenreichen, bunten Garten umgeben. Das Innere des Hauses war aus heutiger Sicht jedoch weniger spektakulär, ein starker Kontrast zum Haus von Schiller.
Hier muss jedoch angemerkt werden, dass dieses Gartenhaus Goethes erster Wohnsitz in Weimar war. Da der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar Goethe unbedingt an seinem Hof wissen wollte, erwarb er dieses an der Ilm gelegene kleine Haus für Goethe und schenkte es ihm. Es ist somit der Startpunkt für Goethes Wirken in Weimar. Hier schrieb er zum Beispiel seine Ballade „Erlkönig“.
Nach einiger Freizeit wurde nun das letzte Ziel des Tages angestrebt: Goethes Haus am Frauenplan. Erneut mit einer digitalen Führung ausgestattet, traten wir eine Reise in die Welt eines der größten Universalgenies der deutschen Geschichte an. Imposanter und prunkvoller eingerichtet als Schillers Haus, ließ sich Goethes Vorliebe für Protz und persönliche Darstellung erkennen. Auch hier begeisterte sein Garten wieder mit einer Blumenvielfalt, die einladend und charmant wirkte.
Theater, gemeinsames Lachen und besondere Erinnerungen
Beeindruckt von den Impressionen des Tages verließen wir diesen besonderen Ort, um noch ein paar freie Minuten im schönen Zentrum zu verbringen. Dann führten uns unsere Bäuche in ein vietnamesisches Restaurant, das uns mit seiner kulinarischen Vielfalt und dem durchdachten Ambiente begeisterte.
Im Anschluss an einen Abend voller Lachen besuchten wir ein Theaterstück. Angelehnt an Thomas Manns Roman „Lotte in Weimar“ bekamen wir einen Einblick in das Leben der Charlotte Kestner. Diese diente Goethe als Inspiration für seinen Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“.
Müde, aber reich an einzigartigen Erinnerungen fielen wir in unsere Betten.
Eine Fahrt, die verbindet
Die Abreise fiel uns schwer. Auch wenn es sich nur um ein paar Tage handelte, hatte uns diese kurze literarische Reise als Leistungskurs und Gruppe zusammengeschweißt. Doch mit Trübsal wollte keiner diese schöne Stadt verlassen.
Deshalb ehrten wir die wundervollen Erlebnisse durch schöne, abschließende Gespräche auf einer reibungslosen Rückfahrt. In Torgelow angekommen, schwelgte nun jede in ihren eigenen Gedanken an eine Zeit, die wir sicher nicht vergessen werden.
Vielen Dank an Frau Neumann und Frau Schnepf, ohne die dieses Wochenende zweifelsohne nicht derart einprägsam und verbindend geworden wäre, und an Herrn Handy, der sich freiwillig bereit erklärt hatte, den Transport vom und zum Bahnhof zu übernehmen.
(Leistungskurs Deutsch K1)
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