Live im Studio bei „Hart aber fair“

 Am 12. September 2011 hatten 16 Torgelower Schülerinnen und Schüler aus der K1, bzw. der K2 die Möglichkeit, das bekannte Polit-Talkmagazin mit Frank Plasberg live im Berliner Studio mitzuerleben.

Einmal unten, immer unten“, war das Thema des Abends und These von Moderator Frank Plasberg, der gewohnt selbstsicher und sympathisch durch das Programm führte. Für viele beeindruckend war es wohl, das bekannte Studio mit all den Scheinwerfern, Monitoren, Kameras und Mikrofonen in Natura zu erleben; ein Hauch von Ehrfurcht lag in der Luft. Dann betrat derjenige das Studio, welcher hartaberfair stets Stimme und Gesicht verleiht: Ein blendend gelaunter Frank Plasberg nahm ersten Kontakt mit dem Publikum auf, unterhielt sich sogar kurz mit dem einen oder anderen Gast und sorgte vorab schon für eine angenehme und entspannte Atmosphäre im Studio.
 
Anschließend stellte er seine fünf Gäste vor, die dieses Mal über die These debattierten, dass der Weg nach oben in unserem Bildungssystem im Allgemeinen nur von sehr wenigen geschafft wird. Teilnehmer der Gesprächsrunde waren der bayrische Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU),  Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin, der SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach, sowie der Spitzenkoch Christian Rach und die türkischstämmige Moderatorin Nazan Eckes, die sich als junge Migrantin ihren Weg bis ins Fernsehen, vorbei an Vorurteilen und Schubladendenken, hart erarbeiten musste. 
 
Es wurde ein kleiner biografischer Beitrag über Eckes Familie und Kindheit eingespielt, womit der Startschuss für die Diskussionsrunde getan war. Während fünf Kameras das Geschehen am Rednerpult einfingen, wurde – im Allgemeinen sehr zurückhaltend - die Wichtigkeit frühkindlicher Förderung, das Problem deutscher Vorurteile, die allgemeine Heimtücke selektiver Bildungssysteme und der Mangel an Grundtugenden, wie zum Beispiel Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit, diskutiert. Ludwig Spaenle von der CSU positionierte sich recht konservativ und neigte stellenweise zu leichtem Euphemismus, während man den Eindruck gewann, dass Nazan Eckes lediglich als Aufhänger der ganzen Diskussion herzuhalten hatte, da sich ihr Sprechanteil im weiteren Verlaufe der Sendung sehr in Grenzen hielt. 

Überraschenderweise überzeugte Rach mit cleveren Einwänden, interessanten Ideen und einer Vielzahl guter Beiträge, während Karl Lauterbach als Sozialexperte der SPD einen fachwissenschaftlichen Hintergrund bot und sich mit einigen konstruktiven Statistiken, Zahlen und Fakten in die Diskussion einbrachte. Etwas unscheinbar verblieb jedoch der Präsident der Berliner Handwerkskammer, Stephan Schwarz, als solide, aber etwas farblose Achse zwischen den Fronten. Obwohl man in dieser Diskussion eigentlich kaum von „Fronten“ reden konnte. Es herrschte ein „gepflegter Austausch“ zwischen den Gesprächsteilnehmern und wenn es überhaupt etwas an diesem Abend zu bemängeln gab, dann wohl lediglich die Tatsache, dass es im Allgemeinen ein wenig zu fair zuging und man die nötige Härte vernachlässigt hatte. 
 
 Dennoch lässt sich wohl im Namen aller teilnehmenden Torgelowschüler sagen, dass die Livesituation im Publikum und die Möglichkeit, hinter die Kulissen einer bekannten Fernsehtalkshow zu blicken, für alle ein interessantes Erlebnis war. Und auch wenn die Diskussion nicht allzu hitzig verlief, gilt hier wohl dasselbe wie im Sport: Dabei sein ist alles!