Richard Howell infiziert Torgelower Schüler mit „Jazz“-Virus

Es passiert schon nicht jeden Tag, dass alle Schüler und Lehrer auf der Schulversammlung gemeinsam „Wade in the Water“ singen – und schon ganz, ganz selten, dass sie dies mehrfach in der Woche wiederholen. Aber wenn man die Bekanntschaft mit einem bekannten Profi machen kann, der noch extra aus San Francisco kommt, Vollblut-Jazzer ist und u.a. mit Taj Mahal und Carlos Santana spielt, dann ist die Vorbereitung einer ganz einzigartigen Begrüßung nachvollziehbar.

Unser besondere Gast, Richard Howell, klärte mit den 8. und 9. Klassen in einem Workshop, was die Afrikaner auf ihrer Versklavungstortur nach Amerika gefühlt haben mussten und wie sich dies in ihrer Musik ausdrückt.

Für die älteren Klassen gab es einen Einblick auf die Jazzentwicklung mit dem Schwerpunkt "Improvisation". Hierbei zeigte Richard Howell Fähigkeiten auf seinem Instrument und verdeutlichte die unterschiedliche Spielweise in den Jazzrichtungen. Bei dem Bewusstmachen von Stilmerkmalen wurden auch unsere Schüler aktiv, versuchten zu improvisieren und agierten im Ruf-und-Antwort-Prinzip. Nach dieser Aktion war wohl jedem klar, was „Leidenschaft“ bedeutet und wie wichtig diese für den Jazz ist.

Die wohl bedeutendste Veranstaltung fand am späten Nachmittag statt, denn da versammelten sich über 30 begabte und interessierte Schüler, Lehrer und Mentoren, welche die Chance nutzten, unter Anleitung von Richard Howell ein Improvisationsstück für Instrumente und Gesang extra für den Abend zu erstellen. Die Aufführung zur „Stunde der Musik“ bildete dann den Höhepunkt des musikerfüllten Tages und fand dann mit sangesfreudigem Publikum durch bekannte Spirituals, umspielt vom Saxophon durch Richard Howell, ein grandioses Ende.

Am nächsten Tag nutzten einige Englisch- und Sozialkundegruppen die Gelegenheit, mit unserem Gast über die Wahl in Amerika sowie über Rassismus heute in seiner Muttersprache zu sprechen. Verabschiedet wurde Richard Howell dann zum einen durch Herrn Klein mit einem schwarzen Schulshirt, welches der bekennende Obama-Anhänger mit Freude an seinem Idol vorab auf einem ehemaligen Gruppenbild entdeckte.

 Anschließend sang wieder die ganze Schule „Wade in the Water“, diesmal jedoch mit dem Improvisationsspiel durch unseren Gast – was den Eindruck des „Dazugehörens“ vermittelte und uns bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben wird.