# „Je mehr KI kann, desto mehr müssen unsere Kinder können.“

> URL: https://www.schlosstorgelow.de/ki-in-der-schule  
> Language: de  
> Description: KI ist weder der Untergang der Schule noch ihre Rettung.Aber sie verändert Schule grundlegend. Als Schulträger von Schloss Torgelow und des Kurpfalz Internats beschäftigt mich ein…

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*KI ist weder der Untergang der Schule noch ihre Rettung.  
Aber sie verändert Schule grundlegend.*

Als Schulträger von Schloss Torgelow und des Kurpfalz Internats beschäftigt mich eine Frage:

Was müssen junge Menschen heute selbst können – wenn KI-Chatbots jede Frage beantworten können?

Die verführerische Antwort wäre: immer weniger. Warum noch mühsam lernen, wenn ein Chatbot in Sekunden einen Aufsatz schreibt, eine Interpretation liefert oder eine Aufgabe löst? Ich glaube: Gerade jetzt wird [klassische Bildung](https://www.schlosstorgelow.de/schule-paedagogisches-konzept) wichtiger. Wer Denken an eine KI delegiert, bevor er selbst denken gelernt hat, wird schnell an Grenzen stoßen. Denn eine perfekte Antwort ist noch keine Kompetenz.

Eine KI kann einen hervorragenden Text schreiben. Das bedeutet nicht, dass ein Schüler selbst gut schreiben kann. Sie kann einen Lösungsweg erklären. Das bedeutet nicht, dass er verstanden wurde. Und sie kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen.

Deshalb müssen junge Menschen lesen, schreiben, rechnen, argumentieren, Quellen prüfen und Zusammenhänge verstehen können. Sie müssen eigene Gedanken entwickeln – und schwierige Aufgaben aushalten, ohne sofort den Chatbot zu fragen. Das klingt altmodisch. Ich halte es für hochmodern.

Gleichzeitig dürfen Schulen KI nicht ignorieren. Unsere Schülerinnen und Schüler werden in Studiengänge und Berufe gehen, in denen KI selbstverständlich sein wird. Also müssen wir ihnen beibringen, diese Werkzeuge kompetent zu nutzen: gute Fragen zu stellen, Ergebnisse zu prüfen, Quellen zu hinterfragen und KI als Werkzeug einzusetzen.

Aber zu echter KI-Kompetenz gehört auch, zu wissen, wann man sie bewusst nicht nutzt. Auf Schloss Torgelow und am Kurpfalz Internat arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 mit [schulisch gemanagten iPads](https://www.schlosstorgelow.de/schule-digitales-arbeiten-mit-ipad). Mit zunehmendem Alter werden sie zum zentralen Arbeitsmittel.

Diesen Weg halte ich für richtig. Aber digitale Bildung bedeutet nicht permanente Bildschirmnutzung. Technik ist kein pädagogisches Konzept. Sie ist ein Werkzeug.

Manchmal ist das iPad das beste Werkzeug.

Manchmal eine KI.

Manchmal ein Experiment.

Und manchmal ganz bewusst: ein Buch, ein Blatt Papier und ein Stift.

Der Maßstab darf nicht „analog oder digital?“ heißen.

Er muss lauten: Was hilft jungen Menschen wirklich dabei, etwas zu verstehen und selbst etwas zu können? Denn in der Arbeitswelt der Zukunft wird es nicht reichen, eine KI bedienen zu können. Das werden sehr viele Menschen können. Entscheidend wird sein, wer beurteilen kann, welche Fragen er der KI stellen sollte, ob ihre Antwort stimmt und was daraus zu tun ist.

Dafür braucht es Wissen, Urteilskraft, Selbstständigkeit und einen eigenen Kopf. Deshalb lautet unsere Haltung:

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen KI beherrschen. Aber sie müssen auch das beherrschen, was sie der KI übertragen. Denn je mehr Maschinen für uns können, desto wichtiger wird die Frage:

**„Was können wir selbst?“**

*Hinweis: Das Bild wurde mit KI erstellt.*
