Nach der Lektüre eines Jugendromans, der vom Leben eines inhaftierten Mädchens in einem Jugendgefängnis erzählte, luden die Schülerinnen und Schüler die Sozialarbeiterin, einen Vollzugsbeamten und die Anstaltsleiterin der Jugendanstalt Neustrelitz ein. Diese brachten zwei junge Männer mit, die zurzeit im offenen Vollzug in der JA Neustrelitz leben und arbeiten.

Lange hatten wir diese Gesprächsrunde im Unterricht vorbereitet: Fragen wurden erarbeitet und kleine Geschenke für die Gäste besorgt.

Überraschend brachten die jungen Männer einen großen Koffer mit, der ein selbstgebautes Modell der Gebäude und des Geländes der JA enthielt. So konnten wir uns den Zuschnitt der Anlage gut vorstellen. Viele der Schülerinnen und Schüler hatten schon im Internet recherchiert und stellten ganz konkrete Fragen zum Alltag der Inhaftierten, zu den Haftgründen, zu Zukunftswünschen und Hoffnungen.

Sehr berührt waren wir von den ehrlichen und sehr reflektierten Einblicken, die die beiden Männer uns in ihr Leben gaben. Wir erfuhren, wie die Haft sie verändert hatte, wie die Beziehung zu ihren Familien ist und wie sie nun versuchen wollen, ein neues, ein besseres und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Für einige Schüler gab es schließlich kurz vor dem Mittagessen noch ein Highlight der besonderen Art: Sie ließen sich vom Vollzugsbeamten Handschellen und Fußfesseln anlegen – probehalber natürlich!

Wir sind froh über die eindrucksvollen Momente, die wir in diesem Informationsgespräch erlebten.

Mit kleinen Geschenken bedankten sich die Klassensprecher bei allen Gästen.

Wir drücken den noch inhaftierten Männern für ihre Zeit nach der Entlassung, die kurz bevorsteht, die Daumen. Viel Glück!