Schülerkonzert im Internatsgymnasium Schloß Torgelow

 

Am 1. Mai fand anlässlich des Elternsprechtages ein Konzert auf Schloß Torgelow statt, das von Schülern bestritten wurde. Da derzeit einige vorzügliche Instrumentalsolisten das Gymnasium in Torgelow besuchen, stellte Schulleiter Buckel deren Können den Eltern und der Öffentlichkeit vor. 

Das Konzert wurde eröffnet durch die Pianistin Eva-Maria Hoyler (10c). Sie trug in beeindruckender Weise die Elegie op. 3 Nr. 1 in es-moll von Sergej Rachmaninoff vor. Eva erhält ihre pianistische Ausbildung bei Frau Kalojanova, Dozentin an der Hochschule der Künste in Berlin. Entsprechend hoch ist ihr Können. Sie besticht durch eine sehr große Ausdrucksfähigkeit und eine große dynamische Bandbreite. Schier unglaublich ist ihre Spieltechnik. Wer sie mit ihren 15 Jahren am Klavier erlebt, meint eine nahezu fertige Konzertpianistin zu hören und zu sehen! Denn es ist nicht nur akustisch sondern auch optisch beeindruckend, wie sie spielt. Ihre unglaublich weit entwickelte Fingertechnik macht es erst möglich, dieses für „normale“ Pianisten eigentlich unspielbare Werk zu interpretieren. 

Verblüffend war auch, dass sie diese Elegie auswendig vorgetragen hat. Dann präsentierten sich zwei Geigerinnen: Martje Synwoldt (9a) und Friedrike Zimny (12, Abiturientin) interpretierten die ersten beiden Sätze des Doppelkonzertes in d-moll von Johann Sebastian Bach. Die auf das Klavier übertragene Orchesterfassung spielte Schulleiter Fritz Buckel auf dem Klavier. Auch diese beiden Mädchen belegen musikalisch ein hohes Niveau. Sie interpretierten diese anspruchsvollen Sätze sehr einfühlsam und technisch sauber. Vor allem das unter die Haut gehende Largo zeigte, wie sehr sie mit dem Werk vertraut sind. Es war eine rundum beeindruckende Darbietung. 

Daraufhin trat wieder Eva-Maria Hoyler an den Flügel. Sie hatte sich den ersten Satz der Appassionata von Ludwig van Beethoven vorgenommen. Experten wissen, was dies bedeutet: Höchster Schwierigkeitsgrad. Genau wie schon zuvor meisterte Eva dieses Werk brillant, flüssig und mit großem interpretatorischem Tiefgang. Auch hier konnte man nur bewundernd und staunend applaudieren. 

Die Meditation aus der Oper Thais von Jules Massenet ist ein berühmtes Glanzstück aller renommierten Geiger. Seine romantische Aussagekraft reißt jedes Publikum mit. Und dies gelang auch Friederike Zimny, als sie begleitet von Fritz Buckel am Klavier, dieses schwer zu interpretierende Werk souverän und sicher vortrug. Wer genau zuhörte, musste davon begeistert sein, wie sie phrasiert, Töne anschleift und so dem Stück den romantischen Touch verlieh, der gerade dem Künstler so viel abverlangt. 

Den Schlußpunkt setzten die Torgelow Singers. Dahinter verbirgt sich der auf Pop umfunktionierte Schulchor des Gymnasiums. Unter Leitung des Pianisten Fritz Buckel gab es „Top Of The World“, „We Have a Dream“ und „Oh Happy Day“ zu hören, in dem Kristina Sretkova (Klasse 12) bravourös den solistischen Part übernommen hatte. Mit ihrer herrlichen, tiefen, rauchigen Stimme konnte sie diesem Spiritual den passenden Flair verleihen. 

Der Kontrast des Konzertprogramms, das von Bach bis Bohlen reichte, bot dem begeistert applaudierenden Publikum einen bunten Querschnitt durch die Musikwelt. Es war eine besinnliche und erbauliche Stunde zugleich, die mit den Torgelow Singers einen mitreißenden Ausklang fand.