Letztendlich waren wir startklar, auch wenn nun
einige von uns kleinere Taschen auf den Schoß nehmen mussten,
da der Minibus etwas zu klein für unsere Gruppe und unser Gepäck
war. Unser erstes Ziel war Emden. Auf der Hinfahrt konnten wir uns
ein wenig näher kennen lernen, denn nicht nur die Schüler
sondern auch Herr Geschewski, unser Kunstlehrer, waren neu an der
Schule.
Gegen 19 Uhr checkten wir im Hotel "Goldener
Adler" ein. Das Hotel war recht schön und die Zimmer auch
in Ordnung. Nach einer kurzen Verschnaufpause suchten wir uns ein
gemütliches Restaurant, um Abendbrot zu essen. Wir fanden einen
Mexikaner, in dem regelrecht der Bär brummte. Dort gab es leckere
Tapas mit genauso leckeren Cocktails. Dabei brachte Herr Geschewski
uns etwas Allgemeinwissen bei. Unsere Länderkunde war bisher
recht bescheiden...
Am nächsten Morgen fuhren einige von uns mit
Herrn Geschewski zur Nordsee, aber sie kamen enttäuscht zurück,
da Ebbe herrschte. Währenddessen wanderten wir anderen ein
wenig durch Emden.
Am Vormittag trafen wir uns alle wieder, um nach Emden in die Kunsthalle
zu fahren, wo es einige interessante Ausstellungen zu besichtigen
gab. Unter anderem eine von Ilja Kabakov, die uns besonders gut
gefiel.
Später ging es weiter nach Groningen (Holland),
dort wollten wir uns das Neue Museum ansehen, aber erst einmal suchten
wir eine Gaststätte. Die Suche endete in einer Lunchbar, typisch
holländisch. Dort habe ich übrigens eine Marktlücke
entdeckt: ein Stäbchen, mit dem man die Zitrone im Mineralwasser
ausdrücken kann.
Das Neue Museum war ein großes buntes Gebäude, das mitten
im Wasser lag. Innen war es architektonisch ebenfalls interessant,
aber erstaunlicherweise nicht so riesig, wie es von außen
ausgesehen hatte. Zu sehen waren neben Design und moderner Malerei
auch Siebdrucke von Andy Warhol. Dies war besonders wichtig für
unser Projekt, da wir unser Buch mit Siebdruck herstellen wollen.
Um 17 Uhr fuhren wir weiter nach Amsterdam. Wir
kamen eigentlich ganz gut durch und freuten uns auch, endlich am
Ziel zu sein. Dennoch fanden wir unser Hotel namens "Utopia"
(Wunschtraum - im wahrsten Sinne des Wortes) nicht. Letztendlich,
nachdem unser Projektleiter mindestens 20mal gesagt hatte: "Wir
sind gleich da", fanden wir unser Hotel. Zu unserem grenzenlosen
Erstaunen handelte es sich um einen Coffee Shop, das heißt:
eine Kifferbude! Zum Glück blieben wir nicht dort, denn Herr
Geschewski meinte: "Wenn ihr hier einatmet, ist der Drogentest
noch in 4 Wochen positiv."
Schließlich stiegen wir im Holiday Inn ab,
was allerdings nicht ganz billig war. Aber es war ein sehr schönes
Hotel und zum anderen war es schon mittlerweile 22 Uhr. Wir hatten
Hunger und waren müde. Also blieben wir dort.
Am nächsten Morgen freuten wir uns riesig auf
das Frühstück. Doch bei den Preisen verschwand unsere
Frühstückslaune schlagartig. Dennoch aßen wir dort,
das Buffet war riesig und es schmeckte super lecker. Dann diskutierten
wir den weiteren Tagesverlauf. Wir einigten uns darauf, die zwei
Museumsbesuche, die wir in Amsterdam geplant hatten, zu verschieben
und nach einem Stadtbummel weiterzufahren, um in der Nähe eine
andere Bleibe zu finden.
Gesagt, getan. Am Nachmittag fuhren wir nach Utrecht,
eine schöne, kleine, idyllische Stadt. Dort fanden wir sofort
ein Hotel, zwar war es nicht viel billiger als das Holiday Inn,
dennoch war es schöner, geräumiger und Herr Geschewski
sagte, wir hätten es uns verdient.
Am nächsten Morgen fuhr ein Teil der Gruppe
mit Herrn Geschewski noch einmal nach Amsterdam, um dort die Ausstellungen
zu besichtigen, die wir am Tag davor nicht hatten sehen können,
darunter die aktuelle Ausstellung im Reichsmuseum und im Steldelijk
Museum. Wir sahen moderne Malerei von Franz Ackermann und gingen
anschließend noch in das Van Gogh Museum. Das hat uns schließlich
am besten gefallen. Es war unglaublich beeindruckend, seine Bilder
im Original zu sehen.
Die anderen besichtigten Utrecht. Dabei entdeckten sie ein Ufo,
das auf einer hohen Turmspitze gelandet war!! Wir schossen einige
Bilder, um sie später für unser Buch verwenden zu können.
Das letzte Ziel war Maastricht. Auch dort fanden
wir zum Glück sehr schnell das Hotel, auch wenn Herr Geschewski
wieder einmal entgegen der Fahrtrichtung die Einbahnstraße
nahm. Aber das war o.k., denn sonst wären wir niemals dort
angekommen. Das Hotel war ganz in Ordnung, nur der Treppenaufgang
war sehr schmal und es war schwierig, die Koffer auf die Zimmer
zu bekommen.
Am Abend setzten wir uns wieder zusammen, um über
unser Buch und die Ausstellungen zu sprechen. Herr Geschewski erzählte
uns viel über Drucktechniken und moderne Malerei von Neo Rauch,
dessen Bilder wir am nächsten Tag sehen sollten. Da einige
von uns vielleicht Design oder Innenarchitektur studieren wollen,
sprachen wir lange über den Ablauf von Eignungsprüfungen.
Wir beschlossen, einen Teil der Projektzeit für das Zeichentraining
zu verwenden.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen
hatten wir ein wenig Freizeit, um uns Andenken zu kaufen. Danach
gingen wir ins Bonnefantenmuseum. Es gab eine Ausstellung mit Buchkunst
und die Malereischau von Neo Rauch. Wir fanden die Bilder etwas
seltsam... Aber Herr Geschewski meinte, dieser Maler hätte
den Vincent-van-Gogh-Preis für moderne Malerei gewonnen. Naja,
so ist das mit der Kunst.
Dann fuhren wir nach Hause. Nach 8 Stunden trafen
wir endlich in Torgelow ein.
Auch wenn es unterwegs die eine oder andere Panne gegeben hatte,
war der Ausflug sehr interessant und wir haben viel gesehen.